Der Berkenhofskamp

Die Geschichte zum Berkenhofskamp

Der Berkenhofskamp in seiner ursprünglichen Geländeform ist nur noch der älteren Generation bekannt.

Heute, infolge der dichten Bebauung und der damit verbundenen Ansiedlung von Neubürgern, ist von der Flurbezeichnung „Berkenhofskamp“ kaum mehr als ein Straßenname geläufig.

So mag es gewiss von allgemeinem Interesse sein, die Geschichte dieser Siedlung etwas zu erhellen:
Die Hönne verlässt in Oberrödinghausen ihr enges Schluchttal und fließt bis zur Mündung in die Ruhr bei Fröndenberg durch ein sich weitendes Hügelland.
Im mittleren Abschnitt dieser Tallandschaft liegt der Berkenhofskamp auf einem leicht gewölbten Hügel mit Südwestneigung zur Hönne.
Die Bezeichnung der Ansiedlung „Berkenhofskamp“ hat sich wohl durch die zum Berkenhof gehörenden Weiden und Äcker eingebürgert.
In den Jahren 1828/29 wurde die Gemeinde Lendringsen, damals noch Böingsen, durch das Königreich Preußen vermessen und kartiert.
Die Flurkarten sind erhalten und zeigen im Bereich des Berkenhofskamp nicht mehr als 10 Gebäude.
Die Flur teilt sich auf in den Besitz von 2 Vollhofner mit je über 60 Morgen Ackerland, und einem Kleinhofner mit 30-60 Morgen Ackerland. Der Rest verbleibt auf Kleinkatner mit 2-10 Morgen Ackerland und einigen Häuslingen(Einwohner) verteilt.
Auch das Haus Rödinghausen der Adelsfamilie von Dücker war am Berkenhofskamp im Besitz von Wald- und Ackerfläche.
Schon zehn Jahre vor der ersten Landvermessung durch Preußen wurden statistische Daten erfasst.
In der „Beschreibung des Regierungs-Bezirkes Arnsberg in der Königlich Preußischen Provinz Wesfalen“ gedruckt 1819 in Arnsberg, ist für den „Schultheißen-Bezirk Böingsen“ der „Berkenhofskamp“ aufgeführt mit 6 Häusern und einer „Seelenzahl“ von 48 Katholiken, die als „Kolonisten“ dort ansässig waren.
Der Ortsteil Lendringsen dagegen wird als Bauernschaft mit 5 Häusern und 41 Seelen genannt.
In der gleichen Statistik hat die Stadt Menden 276 Häuser und an Einwohner: 1676 Katholiken, 28 Lutheraner, 2 Reformierte und 42 Juden.

Heute zählt der Berkenhofskamp 1880 Einwohner.
Die Urbesiedlung des Berkenhofskamp verliert sich im Nebel der Geschichte.
Es ist immer aufmerksamen Bewohnern zu verdanken, dass uns Spuren des frühgeschichtlichen Menschen erhalten blieben.
So fand A. Droste 1945 beim Roden „Am Örtchen“ eine Geröllkeule aus Quarzit mit sanduhrförmiger Querdurchlochung. Sie befindet sich in der Sammlung des Heimatmuseums Menden.
Beweise, dass vor 5.000 Jahren am Berkenhofskamp zumindest ein Rast- bzw. Werkplatz des Jungsteinzeitalters bestanden hat.
So können die „Berkenhofskämper“ sofern sie sich als solche noch gerne sehen, nicht nur auf eine über 70-jährige Dorfgemeinschaft zurückblicken, sondern sich auch stets bewusst sein, dass sie auf einem geschichtsträchtigen Boden ihrer Heimat wohnen.